Ein interessantes Sommerfest 2018 der Kaarster Freien Demokraten auf dem Tuppenhof in Vorst

Bei mit ein paar Schauern durchsetztem Wetter sind mehr als 100 Gäste der Einladung des Stadtverbandes und der Fraktion der Kaarster Freien Demokraten gefolgt und haben den Weg zum Tuppenhof gefunden. Das Museum für bäuerliche Geschichte und Kultur war von den Aktiven des Stadtverbandes wieder liebevoll gestaltet und für die Gäste vorbereitet. So waren viele – von den Mitgliedern – selbst gebackene Kuchen und frisch gegrillte Würstchen sowie Wasser, Bier und Weine vorhanden. Alle Kuchen waren weg und auch die Würstchen haben ihre Abnehmer gefunden …. Punktlandung! Allen Beteiligten ganz herzlichen Dank für die Mitarbeit bei der Vorbereitung und Dank an die Gäste für Ihr Kommen!

Die erste Bürgerin und Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus kam pünktlich und war wie alle Gäste neugierig auf  die sehr interessanten Redner. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Heinrich Thywissen, hatte dann die Bürgermeisterin die Gelegenheit kurz auf die aktuellen Themen der Stadtpolitik einzugehen. Sie nahm dabei auch zu speziellen Themen Stellung: So ist die Digitalisierung für die Verwaltung eine große Herausforderung. Sie kann aber der Verwaltung viele neue Möglichkeiten geben, den Bürgern einen schnelleren und besseren Service zu bieten. Die Entwicklung des Gewerbegebietes Kaarst ist in Holzbüttgen im Hüngert in vollem Gange und die Ansiedlung neuer Firmen bietet die Chance, der Stadt weitere Finanzmittel zu geben, die für die vielen anstehenden Aufgaben  (Neubau von Schulen, KiTas, Aufbau der Infrastruktur) notwendig sind. Auch der Ausbau von Radwegen steht oben auf der Prioritätsliste. So blieb die Bürgermeisterin auch bis zum Schluss und konnte mit Gästen individuelle Gespräche führen.

v.l.n.r.: Astrid Werle, Bijan Djir-Sarai MdB, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Dr. Heinrich Thywissen, Dr. Ulrike Nienhaus, Otto Fricke MdB, Günter Kopp

Als erster liberaler Gastredner gab der erneut gewählte Bundestagsabgeordnete Bijan Dijr-Sarai ein paar Einblicke in seine Arbeit im Bundestag. Die FDP ist 2017 nach sehr erfolgreichen Wahlen  (insbesondere auch in Kaarst mit 19,3%)  wieder in den Bundestag mit 80 Personen eingezogen. Hier sehen sich die Freien Demokraten als konstruktive Opposition. Mit Anträgen, Eingaben und Vorschlägen werden sie im Sinne ihres Wahlprogramms echte Alternativen zu den Regierungsvorschlägen bieten. Als außenpolitischer Sprecher der FDP Bundestagsfraktion ist Bijan Djir-Sarai mit seiner  Erfahrung und seinen Kenntnissen in Berlin sehr geschätzt.

Bijan Djir-Sarai MdB gab Einblicke in das politische Berlin

Schließlich kam auch unser Hauptgastredner der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW Prof. Dr. Andreas Pinkwart und hielt eine fulminante und sehr kenntnisreiche Rede über sein Arbeitsgebiet und die Herausforderungen, vor denen das Land Nordrhein-Westfalen steht.

Zur Energieversorgung stellte er die Ist-Situation der sicheren Energieversorgung den Wunschvorstellungen der Grünen gegenüber. Durch die übereilte Entscheidung, die Atomkraftwerke abzuschalten, ist daher die Grundversorgung Deutschlands nur mit der Verstromung der Braunkohle machbar. Die Windkraft stellt nur 6 % der Grundversorgung sicher und die Photovoltaik sogar weniger als 1 %.  Für ein Industrieland ist aber die sichere Grundversorgung mit Energie unverzichtbar. Die politischen Entscheidungen sind leider nicht mit der durchführbaren Realisierung kompatibel und stellen eine ernsthafte Bedrohung des Wirtschaftsstandortes Deutschland dar.

Bei der Digitalisierung stellte Prof. Pinkwart die Ist-Situation in Estland der deutschen Wirklichkeit gegenüber. So ist es in Estland möglich, mit einfachen Abläufen eine Firma zu gründen, in Deutschland erfordert  hingegen z.B. die Herstellung eines Passes ungeahnte Behördengänge. Dabei konnte Prof. Pinkwart an Hand eines persönlichen Erlebnisses sehr anschaulich darstellen, wo Verbesserungspotentiale liegen. Der Unterschied liegt darin, dass in Deutschland veraltete Systeme herrschen und in Estland die Verwaltung mit einer persönlichen ID Nummer arbeitet. Es gibt also viel zu tun und ihm kam es zu Beginn seiner Arbeit im Ministerium so vor, als hätte es in den letzten 15 Jahren in NRW einen Entwicklungsstillstand gegeben.

Bei seinen vielen Besuchen von innovativen Firmen konnte sich Prof. Pinkwart von dem Bemühen überzeugen, dass die Herausforderungen des Klimawandels verstanden sind und viele Firmen an Techniken arbeiten, um z.B. CO2 in wirtschaftlich verwertbare Energie umwandeln. Hier setzt er bei seiner Arbeit auf das Motto: „Ermöglichen statt Verhindern“. Ein herzlicher und länger Applaus galt seinen Ausführungen, zumal er sich auch nicht durch einen zwischenzeitigen Regenschauer abhalten ließ.

Da Prof. Pinkwart bis zum Schluss des Sommerfestes auch zu vielen Einzelgesprächen bereit war, verzichtete Otto Fricke MdB auf eigene Ausführungen, zumal seine Arbeit als Haushälter durch die sprudelnden Steuereinnahmen auch sehr viel leichter geworden ist.

Rundum – wieder war es ein gelungenes Fest und Dank gilt Allen, die mitgeholfen haben!