Die Zeitbombe tickt! – Ist die Rente noch Enkel-sicher?

Gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung – „Für die Freiheit“ luden die Liberalen Senioren NRW in Kaarst am 23. März 2017 zu einer hoch interesssanten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Die Zeitbombe tickt! – Ist die Rente noch Enkel-sicher?“. Der prominente Gastredner war Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, stellv. Vorsitzender der Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung, Staatsminister d.D. und ehemaliger Finanzminister in Sachsen-Anhalt, Mitglied im Bundesvorstand der Freien Demokraten sowie ausgewiesener Rentenexperte. Die Veranstaltung hatte schon im zeitlichen Vorfeld großen Anklang gefunden und Beate Kopp, Regionalbeauftragte der Liberalen Senioren NRW im Rhein-Kreis Neuss, konnte mehr als 60 Teilnehmer im Mercure Hotel begrüßen.

In seinem engagierten Impulsvortrag skizzierte zu Beginn der Veranstaltung Prof. Paqué die ökonomischen Konsequenzen des demografischen Wandels, der den Herausforderungen der heutigen Rentenpolitik zugrunde liegt: Immer mehr Ältere müssen von den Beitragszahlungen immer weniger Erwerbstätiger leben. Gleichzeitig fällt es jungen Menschen in Deutschland angesichts niedriger Zinsen heute sehr schwer, genügend Eigenkapital aufzubauen, um für ihre eigene Rente private Vorsorge zu treffen. Er regte daher für junge Menschen und die mittleren Alters an, mehr Anreize für eine längere Lebensarbeitszeit sowie einen flexiblen Renteneintritt zu schaffen.

In der generationenübergreifenden Diskussion zwischen Peter Schröder, Vorsitzender der Liberalen Senioren NRW und Simon Kell, Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe NRW und dem Referenten Prof. Paqué sowie mit den Zuhörern wurde mehr Transparenz beim Aufbau der Altersvorsorge sowie mehr ökonomisches Grundverständnis bei den Jüngeren gefordert. Die Schwierigkeit einen wirklich konkreten Rat zu erteilen, wurde bei der Frage deutlich, was ein 30-jähriger Mensch in Deutschland heute tun müsse, um für sich eine gesicherte Altersvorsorge zu schaffen.

Prof.Paqué resümierte, dass es für ein stabiles Rentensystem sowohl mehr Eigenverantwortung, als auch ein besseres Bildungssystem, eine kluge Einwanderungspolitik sowie einer unbürokratischeren, gründer- und unternehmensfreundlichen politischen Kultur bedarf. Die Basis einer guten Altersvorsorge sei aber auch eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Deutschland lebe heute leider von seiner Substanz. Das ist besonders vor dem Hintergrund des demografischen Wandels problematisch.